3 Ratschläge für eine erfolgreiche Ehe

Wir sind nun mittlerweile seit über 11 Jahren zusammen und seit 4 Jahren verheiratet. Wie wir das geschafft haben? Ich denke einfach, dass wir wissen, was wir aneinander haben. Anders kann ich es mir auch nicht erklären. Ich bin nicht unbedingt einfach und wie alle Männer mache ich so meine Fehler. Und mein Silberrücken ist auch nicht gerade die unkomplizierteste Person (Sorry Schatz…). Wie alle Paare haben wir so unsere Ecken und Kanten. Und an denen bleibt man auch gern mal hängen und reibt sich auf. Findet man sich dann auch noch in der Rolle als Mutter und Vater wieder, werden diese Probleme nicht weniger. Was du bis dahin an deinem Partner vielleicht noch nicht kanntest, kommt spätestens jetzt zum Vorschein. Quasi parentale Abgründe…

Irgendwie haben wir es aber trotzdem geschafft. Damit stehen wir aber subjektiv betrachtet ganz schön allein da. In letzter Zeit muss ich immer wieder erleben, wie augenscheinlich glückliche, ja sogar, so dachten wir, perfekte Beziehungen und Ehen rund um uns zu Bruch gehen. Scheidungen scheinen, anders als früher, irgendwie normal zu werden. Man lebt so vor sich hin und bekommt irgendwie gar nicht mit, wie es dem Partner wirklich geht. Stück für Stück lebt man sich auseinander… Und irgendwann passt es einfach nicht mehr.

Wenn es nicht mehr funktioniert, muss man es halt beenden[…] wurde mir letztens gesagt, als wieder mal so ein Thema aufkam. Ich war allerdings noch nie der Typ, der einfach so etwas beenden wollte. Als Papa lernst du schnell, das eine Tube Kleber und eine Rolle Klebeband immer in Griffweite gehören. Warum sollte man dann also in einer Beziehung anders verfahren? Bevor ich etwas Funktionierendes wegwerfe, sollte ich doch immer erst einmal probieren es zu reparieren. Besser noch ich passe darauf auf und pflege es, bevor es kaputt geht. (Sollte ich auch mal meinen Kindern näher bringen…)

Wann hast Du Dir das letzte Mal Gedanken
über Deine Beziehung gemacht?
Kennst Du Deinen Partner eigentlich noch?

 

Als Berater bin ich den größten Teil der Woche unterwegs. Unser Familienleben und damit auch unsere Partnerschaft sind also  per se schon mal begrenzt. Die Zeit, die wir gemeinsam verbringen können ist somit sehr kostbar. Ein Streit tut da natürlich gleich doppelt so weh. Und wenn es denn mal kracht, fehlt einfach viel zu oft die Zeit, das Problem zu klären, bevor man(n) wieder im Auto sitzt. Zeit die man dann auf der Fahrt hat und mit Nachdenken verbringt. Und hierbei frage ich mich immer öfter, wie es mir ginge, wenn mir so etwas passieren würde? Scheidung… Ganz ehrlich: Nur bei Vorstellung, meine Frau würde mich verlassen und ich könnte meine Kinder nur noch alle 2 Wochen sehen, dreht sich mir alles um…

Was also kann ich (kannst du) tun,
damit die Beziehung hält? 

 

Du solltest dir vor allem klar darüber sein, dass eine Partnerschaft „am Laufen zu halten“ Arbeit ist! Die meisten meinen, die Ehe ist der Gipfel einer Beziehung. Man lernt sich kennen, verliebt sich, zieht zusammen und irgendwann wird geheiratet. Spiel, Satz und Sieg. Und jetzt kann man es laufen lassen… Falsch!

Die Wahrheit ist, jetzt fängt die Beziehung eigentlich erst an. Und zwar von vorne. Neustart! Ab jetzt Beziehung 2.0. Man sollte meinen, es geht so weiter wie bisher aber das tut es nicht. Tat es nie, auch bei uns nicht. Was die meisten bei der Hochzeit vergessen ist, dass man jeden Tag aufs Neue um seinen Partner „kämpfen“ muss und auch sollte. Daran ändert auch die Ehe nichts!

Jeder der meint,
„unsere Beziehung wird schon halten“
ist naiv.

 

Mal ein paar Fakten: In Deutschland werden mittlerweile fast die Hälfte der Ehen geschieden. Der größte Teil der Scheidungsanträge wird hierbei durch die Ehefrauen gestellt. (Interessante Artikel dazu findest du auch auf Welt.de und wissenschaft-aktuell.de.) Du genauso wie ich haben also eine 50/50 Chance uns vor dem Scheidungsrichter wieder zu finden. Punkt!
Auch interessant: Die Gründe, warum Frauen ihre Männer verlassen, können ebenso vielfältig wie auch überraschend sein. Ein guter Artikel zu diesem Thema ist auch auf elle.de erschienen.

Klar kann man sich nie sicher sein, alles richtig zu machen. Aber man kann sich ins Zeug legen und ein paar Grundregeln beachten. Hier also die wichtigsten Gründe für Scheidungen/Trennungen und wie DU gegensteuern kannst:

1. Verbringt mehr Zeit miteinander!

Am Anfang einer (unserer) Beziehung war jede Sekunde ohne den Partner eine Qual. Man fühlte sich unvollständig. Aber im Laufe der Beziehung nimmt dieses Bedürfnis einfach ab. Und damit auch die Vertrautheit und Nähe. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann ist, dass sich dieser Effekt mit Kinder natürlich auch noch ein wenig verstärkt.
Die Partnerin hat, gerade auch nach der Geburt, einfach andere Probleme zu bewältigen und muss auch ein Stück weit mit sich selbst und der verlorenen Eigenbestimmung klar kommen. In dieser Zeit heißt es einfach zu FUNKTIONIEREN. Das zu verstehen, zu akzeptieren und die eigenen Bedürfnisse in dieser Zeit auch einfach hinten an zu stellen fällt uns (Männern) nicht immer ganz leicht. Aber auch diese Zeit geht vorüber und genau dann sollte man sich und dem Partner wieder in Erinnerung rufen, dass man nicht nur Mutter und Vater ist, sondern vor allem auch (Ehe)Partner ist. Hier findest du auch noch eine Ergänzung zu diesem Thema.

„Die wichtigste Aufgabe eines guten Vaters ist es, die Mutter seiner Kinder zu lieben!“

 

Sobald es die Situation wieder zulässt – verbringt also mehr Zeit miteinander – als Paar und nicht als Eltern. Organisiert einen Babysitter und geht schön Essen oder auch mal wieder ins Kino. Plant einen Wellnesstag. Verbringt Abende alleine, ohne Kinder. Wer die Großeltern einspannen kann, sollte auch einfach mal über das Wochenende ausbrechen und wieder ganz Paar sein. Diese, wenn vielleicht auch kurzen Auszeiten, bringen euch einander wieder näher und lassen euch zu einem besseren Team werden und somit auch zu besseren Eltern.

2. Lernt Euch immer wieder neu kennen

Bist du heute noch der gleiche Mensch, wie vor einem Jahr? Oder wie vor 5 Jahren? Oder wie vor 10 Jahren?
Sicher nicht und das ist auch gut so. Wir entwickeln uns eben weiter und damit verändern sich auch unsere Bedürfnisse. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre.

Das Gleiche gilt aber auch für deinen Partner. Leider verliert man das viel zu oft aus den Augen und vergisst dabei, dass sich auch die Bedürfnisse des Partners verändert haben. Denk einfach mal zurück an die Anfänge eurer Beziehung. Du wolltest alles über deinen Partner wissen.
Und jetzt? Wie gut kennt ihr euch heute? Ich werfe diese Frage mit Absicht so in den Raum… Und die Antwort ist, wenn du ehrlich bist, nicht wirklich einfach. Auch ich muss mir da einige Versäumnisse eingestehen… Nur weil Du etwas über die Vergangenheit deines Partners weißt, heißt das noch lange nicht, dass Du weißt wer dein Partner heute ist.

Was will dein Partner im Leben erreichen? Was ist deinem Partner wichtig? Was bedeutet für deinen Partner „Beziehung“? … Auf alle diese Fragen kanntest Du eine Antwort – als Ihr Euch kennengelernt habt. Kennst du die Antwort auch heute noch?

Zeit verbringen alleine hilft hier nicht. Wenn ihr da wieder hinkommen wollt, redet miteinander. Und wenn Reden alleine nicht funktioniert, stelle Fragen und finde heraus wer Dein Partner heute ist, was in ihm oder ihr vorgeht und erzähle  wer Du heute bist.

3. Sprich gut über Deinen Partner

Kennt ihr das? Formulierungen wie „der ist eh nie da…“, „die Alte…“ Wie sieht die Beziehung von Menschen wohl aus, die so von einander reden?
Rede positiv über deinen Partner. Wenn du das nicht mehr kannst, ist eh alles verloren. Gut über deinen Partner zu sprechen festigt deine Haltung ihm/ihr gegenüber und lässt dich auch die Beziehung in einem besseren Licht sehen und dadurch auch deutlich mehr Positives an deinem Partner bemerken.

Zum Glück hilft uns Menschen hier die selektive Wahrnehmung.  Je mehr Du die positive Seiten Deines Partners hervorhebst, desto mehr von diesen positiven Eigenschaften wirst Du an deinem Partner wahrnehmen. Andersherum funktioniert das genau so. Wer sich laufend negativ über seinen Partner äußert, sieht mit Sicherheit auch nur wenige positive Eigenschaften.

Das gleiche Prinzip lässt sich auch auf den Partner anwenden. Natürlich geht es nicht darum, den Partner zu manipulieren. Aber wenn du deinem Partner sagst, was dir an ihm/ihr gefällt, wirst du schon bald feststellen, dass der Grund für dieses „Lob“ öfter umgesetzt wird.

Dein Partner wird also öfter Dinge tun,
die dir gefallen.

 

So gemein wie das jetzt klingt, aber hier kommt ganz einfach das Prinzip der Kindererziehung oder Mitarbeitermotivation zu Anwendung. Und das funktioniert eben auch zu hause.

Gut über deinen Partner zu sprechen, ist aber nicht nur gut für eure gegenseitige Wahrnehmung. Wenn Du von Deinem Partner in den höchsten Tönen sprichst, wird in Deinen Augen kein(e) Andere(r) Deinem Partner das Wasser reichen können. Und das schützt euch vor der größten Gefahr für eine Ehe – der Versuchungen…

Du siehst also. Eine funktionierende Ehe muss nicht auf Glück beruhen. Du kannst selber etwas dafür tun. Also denk nicht lange nach, sondern fange heute damit an.

Möchtest du noch etwas zu diesem Thema loswerden. Dann Antworte mir ganz einfach in einem Kommentar.

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