Fieber bei Kleinkindern

Hier im Blog war es in letzter Zeit ziemlich ruhig. Das lag nicht zuletzt daran, dass im Moment ziemlich viele andere Projekte anstanden und uns die Grippewelle so richtig erwischt hat. Uns alle plagt Husten und Schnupfen und die Kinder lagen mit Fieber im Bett. Natürlich nicht zusammen sondern immer schön abwechselnd. Mittlerweile geht es uns allen wieder besser und ich möchte die letzte Krankheitswelle zum Anlass nehmen mal etwas über das Thema Fieber bei Babys und Kleinkindern und wie wir damit umgehen zu schreiben.

Das Fieber wird ja immer als der Feind schlechthin dargestellt und sollte möglichst schnell mit den entsprechenden Mittelchen wie Fiebersaft und Zäpfchen bekämpft werden. Das sehe ich ein wenig anders. Bei uns gibt es nicht mal besagte Fiebermittel und wir haben das bisher immer sehr gut überstanden. Denn grundsätzlich ist Fieber an sich ja keine Krankheit sondern die natürliche Reaktion des Körpers um unerwünschte Krankheitserreger auszuschalten.

Fieber ist gut für die Entwicklung.

Der Prozeß des Fieberns ist zwar erst einmal eine große Herausforderung und Anstrengung für den kleinen Kinderkörper, überwindet das Kind aber auf diesem Wege eine akute Infektion, gewinnt es nicht nur körperlich Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sondern steigert auch seine Frustrationstoleranz durch die kurzzeitige, erzwungenen Schonung, welche ein Fieber verlangt.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass das Durchstehen des Fiebers häufig einen deutlich merkbaren Sprung in der Entwicklung nach sich zieht.

Unser großes Kind hatte mit ca. 1,5 Jahren, als er den ersten Backenzahn bekommen hat, das erste mal richtig hoch gefiebert. Natürlich habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht ob und ab wann es sinnvoll ist Medikamente zu geben. Da wir aber glücklicherweise eine sehr gute (Kinder)Ärztin gefunden haben, die nach Möglichkeit immer erst einmal versucht alternativ zu behandeln und das Fieber auch eher als hilfreich ansieht, konnte ich bisher relativ gelassen an die Sache ran gehen und unternehme möglichst wenig, solange sich die Jungs noch in einem relativ guten Allgemeinzustand befinden.

Schlafen ist die beste Medizin

Wenn das Fieber dann doch mal höher wird, ist Schlafen eh die beste Medizin. Denn hoch fiebernde Kinder liegen tatsächlich freiwillig im Bett und schlafen, was ja sonst eher selten vorkommt. Unterstützen kann man sie dabei mit verschiedenen homöopathischen Mitteln. Wir haben gute Erfahrungen mit „Weleda Fieber und Zahnungszäpfchen“ gemacht.

Diese senken nicht das Fieber wie herkömmliche Medikamente, denn das ist ja zunächst einmal auch nicht erwünscht, aber sie verschaffen rasch Schmerzlinderung, halten das Fieber im Rahmen und lassen das Kind zur Ruhe kommen.

Und meistens ist dann nach zwei bis drei Tagen der ganze Spuk auch schon wieder vorbei.

Spätestens wenn das Fieber nachlässt und die Kräfte so langsam zurück kehren steht man aber vor dem nächsten Problem. Das Bett ist Geschichte und jetzt wird die Hütte auf den Kopf gestellt. Dabei ist gerade jetzt Ruhe besonders wichtig. Damit es also gar nicht erst dazu kommt hilft nur Ablenkung.

Und wenn das Kind nicht schlafen kann oder will,
hilft nur Ablenkung

Da ein krankes Kind sich aber auch schnell langweilt und frustriert ist, sind Beschäftigung und Ablenkung besonders wichtig. Das Kind darf dabei aber nicht überfordert werden, sonst steigt das Fieber am Abend schnell wieder an.

Malmappe für Stifte und Block nach dem Tutorial von Textilsucht.de

Es gibt aber ein paar Möglichkeiten dein Kind zu unterhalten. Ein paar Tipps, wie du dein krankes Kind stressfrei ablenken kannst, findest du hier:

Gemeinsam Fotos anschauen

Einfach mal das Fotoalbum raus holen und gemeinsam durch blättern. Wir haben für jedes Lebensjahr unserer Kinder Fotobücher angefertigt. Und bei der Gelegenheit werden diese regelmäßig raus geholt und gemeinsam in Erinnerung geschwelgt.

Malen und basteln

Nichts ist schöner und entspannender als gemeinsam malen. Die kreative Ablenkung tut gut und verschafft deinem Kind Ruhe.

Vertrautes

Komplizierte Lego Technik Basteleien oder andere anstrengende Spiele sind jetzt nicht gefragt. Was dein Kind jetzt braucht, sind vertraute und einfache Spiele. Das spart Frustration und Kraft.

Mal raus die frische Luft

Wenn es draußen nicht zu kalt oder zu windig ist, geht für einen kurzen Spaziergang raus. Frische Luft tut gut, ist bei kruppartigem Husten entspannend und lässt dein Kind wieder durchatmen.

Fernsehen schauen ?!

Ermessensfrage… Bei uns ist der Fernseher kaputt. 😉  Muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob und in welchem Maße fernsehen als Beruhigungs- und Therapiemittel eingesetzt wird.

 

Natürlich sollte man so etwas aber nicht unterschätzen und sobald das Kind starke Schmerzen bekommt oder sich plötzlich in einem schlechten Allgemeinzustand befindet oder noch sehr klein ist sofort zum Arzt gehen. Zu hohes und/oder zu lange anhaltendes Fieber kann bleibende Schäden verursachen. Wenn du dir über die Ursache des Fieber im Unklaren bist, suche bitte umgehend einen (Kinder)Arzt auf.

 

Kategorien Eltern sein Gesundheit Ratgeber

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Julia ist Näh- und DIY-Bloggerin in der Nacht und liebevolle Mama 24h 7 Tage die Woche. Sie schläft zu wenig, braucht ihre Ordnung und kommt nie zur Ruhe, weil sie ständig neue Ideen hat. Julia ist außerdem Windelüberhosen-Produzentin und hat mit Windelwürmchen ihr erstes Label gegründet. Ihre tollen Schlupfüberhosen kannst du dir auf Windelwürmchen.com anschauen. Ihren Blog findest du auf textilsucht.de. Julia und Micha sind verheiratet und haben zwei wundervolle Söhne. Die Beiden sind ihre Inspiration und ihre Motivation, manchmal aber auch ihr nervliches Ende…

1 Kommentar zu “Fieber bei Kleinkindern

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