Fahrradkindersitz im Praxistest: WeeRide Fahrradsitz

Endlich ist Frühling!  Also nix wie ab aufs Rad und raus in die Natur. Bisher haben wir einfach unseren Fahrradanhänger ans Fahrrad gehangen und los ging es. So langsam werden die Jungs aber groß und es wird ganz schön eng im Anhänger… es muss eine Alternative her. Also haben wir den WeeRide Fahrradkindersitz für euch getestet.

Die naheliegendste Alternative zum Fahrradanhänger ist der Fahrradkindersitz. Schaut man aber nur mal beim Onlineversandhändler unseres Vertrauens nach Kindersitzen fürs Fahrrad, ist es schwer in der riesigen Auswahl eine vernünftige Entscheidung treffen zu können.

Die klassischen Kindersitze für’s Fahrrad erscheinen mir aber ganz schön wacklig und irgendwie mag ich die Dinger auch einfach nicht. Zum einen werden diese Sitze zumeist nur mit einem L-Profil an der Sattelstange oder am Lenker angebracht, zum anderen sitzt das Kind beispielsweise bei Fahrradsitzen die an der Sattelstange angebracht werden, hinter dem Radfahrer. Man kann also nur schlecht sehen, was das Kind macht und ob es sich nicht vielleicht grad aus den Gurten schält. Und wenn es zu einem Unfall oder einem Sturz kommt, kann man das Kind auch nicht wirklich aktiv schützen.

Eine interessante Alternative zu den alt bekannten Fahrradkindersitzen bietet WeeRide an.

Hier wird der Kindersitz nicht wie bei anderen Herstellern mit einem frei schwingenden Gestänge am Lenker oder der Sattelstange angebracht, sondern mit einem extra Profil, welches fest mit Lenker und Sattelstange verschraubt ist, am Fahrrad montiert.

WeeRide Fahrradkindersitz – Praxistest: Anbringen der Sitzbasis am Fahrrad

Die Kindersitzhalterung ist in der Länge anpassbar und passt dank den unterschiedlichen, mitgelieferten Schrauben auf alle gängigen Fahrradmodelle. Auch auf alle Mountainbikes und vor allem Hardtails und vollgefederte Bikes bei denen der Gabelschaft fast doppelt so stark ist, wie bei normalen Fahrrädern.

WeeRide Fahrradkindersitz – Praxistest: Anbringen der Sitzbasis am Fahrrad

Was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint, macht aber durchaus Sinn. Dank der Stange ist der Sitz wirklich stabil mit dem Rad verbunden und kann nicht, wie bei anderen Sitzmodellen frei schwingen. Der Sitz kann so sogar an Damenräder montiert werden.

WeeRide Fahrradkindersitz – Praxistest: Lieferumfang

Im Lieferumfang ist alles enthalten, was für die Montage benötigt wird. Also nicht nur der Sitz und die Anbauteile, sondern auch alles benötigte Werkzeug.

Das von uns getestete Model „SafeFront Standard“ eignet sich für Kinder bis 18kg – also bis ca. 4 Jahre. Es gibt aber auch noch ein günstigeres Modell, den „Kangaroo Classic“, welcher nur bis ca. 3 Jahre nutzbar ist. Der getestete SafeFront ist etwa 3cm breiter als der Kangaroo . Der Kangaroo hat zwar den Vorteil, dass der Fahrer weniger breitbeinig fahren muss – die Kinder passen aber nicht so lange in den Sitz wie beim SafeFront.

Für große Kinder empfiehlt es sich also unbedingt ein SafeFront Modell zu wählen. Der Hersteller ist sich bei den „SafeFront“ Modellen sogar so sicher, das er eine  50%-Geld-zurück-Garantie gibt, sollte das Kind mit 4 Jahren nicht mehr in den Sitz passen.

Fahrradkindersitz Montage

Wie oben schon zu sehen war, wird die Haltestange relativ einfach zwischen Gabelschaft und Sattelstange geschraubt. Für normale Räder gibt es kurze Schrauben. Für Harttails und Fullys werden extra lange Schrauben mitgeliefert. Damit passt die Haltestange auch auf Fahrräder mit übergroßen Lenkerköpfen (bis 55mm).

Ist die Stange erst mal montiert, ist der fummeligste Teil schon mal erledigt. Jetzt muss der Sitz nur noch auf die Stange gelegt werden…

…und die Kopfstütze eingeklippt werden:

Jetzt wird der Sitz mit dieser Schraube auf der Haltestange fixiert und zuletzt noch mit einem Gurt am Rahmen gesichert. Fertig!

Fertig zusammen- und angebaut schaut Fahrradsitz dann so aus:

Und wenn der Sitz mal nicht gebraucht wird,  ist er in Sekunden abnehmbar. Einfach die Schraube raus, Gurt ab und man kann das Fahrrad ohne Sitz nutzen.

Soweit zur Theorie, aber wie gestaltet sich die Nutzung des WeeRide Fahrradkindersitzes in der Praxis?

Die Idee, den Fahrradkindersitz so am Fahrrad anzubringen, eignet sich vor allem für normale Fahrräder, bei denen man mit den Füßen den Boden erreichen kann, ohne den Sattel neu einzustellen. Durch die aufgerichtete Sitzposition unterscheidet sich das Handling eigentlich nicht vom Fahren ohne den Sitz.

Schwieriger wird ist es bei Mountainbikes, und vor allem Hardtails und vollgefederten MTBs. Die ganze Rahmengeometrie unterscheidet sich grundlegend von normalen Touren- Freizeiträdern. Tretlager und Sattel liegen bei MTBs höher und der Lenker ist wesentlich niedriger. Durch die viel flachere Sitzposition kommt man sich mit dem Kinderkopf schon mal in die Quere.

Da der Platz zwischen Lenker und Sattel, den man sonst zum Absteigen oder Stehen braucht, jetzt durch den Sitz belegt ist, muss der Sattel auf jeden Fall niedriger eingestellt werden um unfallfrei vom und auf den Sattel zu kommen. Das schränkt wiederum den Fahrkomfort ein… Eine Nutzung über lange Strecken wird schwierig. Mir erschien das noch machbar, bei meiner Frau (die bei gleicher Körpergröße einfach etwas längere Beine hat) wurde es schon ein wenig anstrengend.

Der WeeRide Kinderfahrradsitz aus Kindersicht:

Dem kleine Mann (ca. 90cm und 8 bis 9kg) hat die Ausfahrt sichtlich gefallen. Der Fahrwind im Gesicht, die freie Sicht und mit Mama oder Papa während der Fahrt rumblödeln zu können, haben ihn schon ein wenig beeindruckt. Das Grinsen hat auch nach der Fahrt noch ein wenig angehalten.  😉

WeeRide Fahrradkindersitz – Praxistest: Fahrverhalten
WeeRide Fahrradkindersitz – Praxistest: Fahrverhalten
WeeRide Fahrradkindersitz – Praxistest: Fahrverhalten

Die praktische Kopfstütze eignet sich nicht nur zum dran rum fummeln, sondern auch als Haltegriff und und Stütze. Wenn der Zwerg mal müde wird, kann er auch bequem seinen Kopf darauf ablegen.

Sicherheit und Komfort des Fahrradkindesitzes

Dank 5-Punktgurt, verstellbaren Fußstützen und der innovativen Kopfstütze erscheint das Gesamtkonzept auf jeden Fall schlüssig und macht einen sicheren Eindruck. Der Sitzkomfort des Basismodells ist ausreichen, aber gerade für längere Touren empfiehlt es sich sicher die etwas teurere Variante (Kangaroo Deluxe) zu nehmen oder sich zumindest für die SafeFront Variante, bei der auch der Sitz etwas weiter ist, zu entscheiden.

WeeRide Fahrradkindersitz – verstellbare Fußstütze
WeeRide Fahrradkindersitz – Kopfstütze
WeeRide Fahrradkindersitz – 5-Punkte Gurt der Basisvariante

Zusammenfassung/Fazit:

Wenn du das dazu passende Fahrrad hast, von uns eine klare Kaufempfehlung!

Vorteile:

  • Du kannst dein Kind sehen, kannst mit ihm reden, ihm Dinge zeigen und gemeinsam Spaß haben beim Radfahren.
  • Einzigartiges Design – dein Kind wird den freien Blick nach vorn genießen
  • Auf der gepolsterten Kopfstütze kann dein Kind unterwegs gemütlich ein Nickerchen machen
  • Passt auf fast alle Fahrräder, einschließlich vollgefederter Mountainbikes
  • pflegeleichte, abwaschbare Polsterung – mit breiteren Fußstützen (modellabhängig)
  • In Sekunden abnehmbar für Fahrten ohne Kind
  • Einfache Montage
  • geeignet für Kinder von 1-3 (Model Kangaroo) oder 1-4 (Model SafeFront) Jahren (oder 50%-Geld-zurück – gilt für die SafeFront Modelle)
  • Farbe: grau/rot

Nachteile:

  • Auf Mountainbikes wird es doch ein wenig eng für’s Kind (Kopffreiheit) und
  • bei Mountainbikes muss der Sattel runtergesetzt werde, was den Fahrkomfort und damit die Langstreckentauglichkeit einschränkt.

Wo gibt’s den WeeRide Fahrradsitz und was kostet er?

Das Basismodel beginnt bei knapp 90 Euro und die Luxusvariante endet bei knapp 130 Euro. Bei der wirklich schmalen Preisspanne, lohnt es sich durchaus in die Mittlere oder sogar in die Luxusvariante zu investieren.

Klar gibt es auch diverse Fahrradkindersitze, die bereits bei 35 Euro beginnen… Aber Sicherheit und Qualität haben nun mal ihren Preis, den man auch bereit sein sollte zu zahlen! Es geht schließlich um das eigene Kind. Qualitativ hochwertigere Modelle, bspw. von Römer, liegen in dem gleichen Preisrahmen wie der WeeRide.

Den WeeRide Kindersitz kannst du hier online bestellen:

 

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