Testbericht: Axkid Wolmax Kindersitz

Reboarder-Kindersitze sind nicht nur wesentlich sicherer als normale Kindersitze, sie sind in den meisten Fällen auch deutlich teurer. Wir durften den günstigen Reboarder Kindersitz Wolmax von Axkid testen. Die Unterschiede zu teureren rückwärtsgerichteten Kindersitzen und wo du bei einem so günstigen Modell Abstriche mache musst erfährst du im Beitrag.

Kindersitze sind ja so ein Thema für sich. Gerade wenn die Kinder noch sehr klein sind ist es selbstverständlich, dass sie in ihrer Babyschale rückwärts gerichtet im Auto unterwegs sind. Im Fall eines Unfall ist so die Belastung für die Nackenwirbelsäule so deutlich geringer, als wenn Sie vorwärts im Auto sitzen würden. Wenn das Baby dann aber zu groß für die Babyschale wird, muss es in einen normalen Kindersitz.

Da das Verhältnis zwischen Kopfgröße und Körper aber bei Kleinkindern noch deutlich unausgewogener ist als bei Kindern können so selbst verhältnismäßig leichte Unfälle schwere Folgen für die Kleinen haben. Für den kleinen Körper und die noch nicht ausgeprägte Nackenmuskulatur ist der große Kopf einfach zu schwer. Bei einem Unfall ist vom Schleudertrauma bis zu einem Genickbruch alles möglich.

Rückwärtsgerichtet Fahren Kinder sicherer!

An dieser Stelle setzen die Reboarder-Kindersitze an. In einem Reboarder können Kinder, je nach Modell, bis zu 25kg noch rückwärts im Auto mitfahren und sind so sicher geschützt. Nur sind diese Sitze zumeist erst ab 400 Euro aufwärts zu erwerben. Eine deutlich günstige Alternative zu teuren Reboardern wie beispielsweise dem Cybex Sirona ist der Wolmax von Axkid.

Der Reboarder WOLMAX von Axkid

Der AXKID WOLMAX ist ab 9kg Körpergewicht und ca. 75cm Körpergröße nutzbar und bis 25 kg zugelassen. Man könnte den Sitz also, abhängig von den Körperproportionen des Kindes, nach der Babyschale bis um den vierten

Geburtstag herum nutzen.

Bildnachweis: Axkid – www.axkid.com/de/

Der Preis des Wolmax

Der Wolmax ist mit einem Preis von 279,- Euro erstaunlich günstig. Dafür hat er aber auch kein Isofix, sondern wird mit dem Dreipunktgurt des Autos und Fixiergurten im Auto verzurrt. Trotz des niedrigen Preises ist der Reboarder wirklich sicher. Das zeigt auch der bestandene und sehr strenge schwedische Plus-Test.

 

Wie gut lässt sich der Sitz im Auto einbauen?

Ich muss zugeben, dass ich anfangs schon ein wenig Respekt und nur wenig Lust hatte einen nicht-ISOFIX Kindersitz ins Auto zu basteln. Gerade das Verspannen machte mir schon ein wenig Sorgen. Erstaunlicher Weise war der Einbau aber deutlich leichter als ich gedacht hatte und ging relativ schnell von der Hand. Natürlich geht es nicht so schnell wie bei einem Isofix-Kindersitz aber der Aufwand ist auf jeden Fall sehr überschaubar.

Abb. Touran 1: Axkid Wolmax im VW Touran

Im VW Touran war der Einbau wirklich ein Kinderspiel.

Zuerst wird der Sitz einfach nur auf den vorgesehenen Platz gestellt und mit dem Dreipunktgurt des Autos angeschnallt. Gurt straff ziehen, Gurtsicherungen fixieren, die hintere Stütze ausfahren und arretieren, Verspanngurte unter dem Sitz befestigen, am Sitz anklippen, verspannen und fertig!

Praktischer Weise kann man im VW Touran die Verzurrgurte unter dem Sitz fixieren und muss den Reboarder nicht am Vordersitz verspannen. So kann der Wolmax auch hinter den Fahrersitz, wenn man, so wie wir öfter mal die Autos tauscht und den Fahrersitz immer auf den Fahrer anpassen muss.

Auch im Golf passt der erstaunlich kompakte Sitz problemlos

Im VW Golf VII ist das einfache Verzurren unter der Sitzbank leider nicht möglich. Anders als im Touran muss der Sitz im Golf mit dem Vordersitz verspannt werden (Abb. Golf 1). Grundsätzlich lässt sich aber das auch recht unkompliziert umsetzen.

Axkid WOLMAX – eingebaut im VW Golf VII

Die Gurte werden einfach um die Sitzlehnengelenke (Abb. Golf 2) gewickelt und verspannt. Die Gurte verschwinden dabei von vorn nicht sichtbar im Sitz (Abb. Golf 3) Einzig ein Verstellen des Vordersitzes ist dann nicht mehr möglich, ohne den Reboarder anschließend nachzuspannen bzw. auch ggf. vorher zu lösen.

Welche Möglichkeiten es sonst noch alles gibt, um die Spanngurte im Auto zu fixieren, wird dir auch in der mitgelieferten Anleitung noch mal ganz genau gezeigt.

Sitzkomfort und Benutzung

Der Wolmax bietet ausreichen Platz und lässt sich ausgesprochen einfach bedienen. Vor allem beim An- und Abschnallen hakt nichts und die Gurte lassen sich gut spannen und lösen.

Neben der Standarteinstellung lässt sich der Sitz auch in eine gekippte Liegepostition bringen. Hierfür muss unter dem Sitz ein Keil hochgeklappt werden. Das bedeutet aber auch, dass im Anschluss der gesamte Sitz neu verzurrt werden muss. Was uns hier aber wirklich stört, ist dass die Liegeposition einfach nicht ausreichend geneigt ist und der Kinderkopf beim Schlafen nach vorne auf die Brust kippt. Ein entspanntes Liegen ist bei der zu geringen Neigung nicht möglich. Hinzu kommt die Verletzungsgefahr durch den frei hängenden Kopf. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, benötigt man einen optional erhältlichen Keil. Unter den Sitz geschoben passt dann die Sitzneigung auch für ein gefahrloses Einnicken.

Teurere Reboarder-Modelle sind da deutlich komfortabler und lassen sich stufenlos in der Sitzneigung verstellen. Dafür ist aber die Nutzungsdauer als rückwärtsgerichteter Sitz deutlich kürzer.

Techn. Details des WOLMAX:

  • Gruppe 1/2: 9-25kg, bis ca. 4-4,5 Jahre
  • ausschließlich rückwärts nutzbar
  • Befestigung mit dem Autogurt und zwei Spanngurten
  • bestandener schwedischer Plus-Test
  • Sicherer Seitenschutz umgibt das Kind.
  • durch den günstigen Preis bei gleichbleibender Sicherheit der optimale Zweitsitz
  • Fünfpunktgurt mit weichen Gurtpolstern am Kind
  • Sitzverkleinerer bis zwei Jahre empfohlen
  • Standfuß kann an zwei Hebeln sehr lang ausgefahren werden -> gut geeignet für sehr hohe Sitzbänke
  • Bezug abnehmbar und handwaschbar
  • Natürlich zugelassen nach der aktuellen europäischen Prüfnorm ECE R 44/04

Testfazit Reboarder Kindersitz WOLMAX

Für einen Reboarder (ohne ISOFIX) zum Angurten lässt der WOLMAX sich erstaunlich unkompliziert einbauen und macht auch Qualitativ einen sehr guten Eindruck. Besonders der 5-Punkt-Gurt lässt sich leicht und flüssig bedienen und nix klemmt oder hakelt beim an- und abschnallen.

Wirklich negativ fällt die Liegeposition auf. Beim Schlafen fällt der Kopf nach vorn, weil die Sitzneigung auch in der Liegeeinstellung nicht ausreichend ist. Was im VW Touran von der Sitzneigung her noch halbwegs geht, wird im VW Golf VII beinah unmöglich. Hier kommt der Sitz auf Grund der recht schrägen Sitzfläche mit hochgeklappten Keil gerade mal in eine aufrechte Position. Von Liegen kann hier leider gar keine Rede mehr sein. Einzig der optional erhältliche Unterlegkeil kann hier Abhilfe schaffen.

Als Zweitsitz, für kürzere Strecken auf denen das Kind in der Regel nicht einschläft oder für das Auto von Oma & Opa ist der Sitz optimal, zumal der Preis für einen Kindersiz in dieser Klasse unschlagbar ist. Als Hauptsitz und vor allem für längere Strecken würden wir aber trotzdem eher auf unser teureres Model mit stufenlos einstellbarer Liegeposition zurückgreifen.

Noch mehr Infos zum WOLMAX bekommst du auf der Internetseite von Axkid oder bei deinem örtlichen Kindersitzprofi. Hier kannst du dich auch ausführlich beraten lassen und die verschiedenen Modelle auch gleich ausprobieren.

 

 

2 Kommentare zu “Testbericht: Axkid Wolmax Kindersitz

  1. Hallo, wir haben vor kurzem auch vor der schweren Entscheidung Nachfolgekindersitz gestanden. Es sollte recht schnell ein Reboarder werden. Ich habe in meinem Auto leider kein IsoFix, vorbei wir recht schnell entschieden haben, dass wir uns lieber auf der Gurt verlassen wollen anstatt auf die kleine Haken… wir haben uns für den RömerBritax, Multitec2 entschieden. Kosten ca 300€. Lässt sich problemlos umbauen wir sind sehr zufrieden. Die Aussagen… für kurze Strecken oder für Oma höre ich sehr ungern, denn die größte Gefahr besteht doch nicht nur bei Mama im Auto oder auf langen Fahrten oder?

    • Liebe Ina,
      Die Aussage nur auf kurze Strecken bezieht sich einzig auf die Schlagposition des Axkid Wolmax und nicht auf Reboarder im Allgemeinen. Wobei sich das Problem beim Wolmax gut mit einem optionalen Keil beheben lässt.

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